Die Verbreitung der für die digitale Kommunikation typischen multimodalen Dimension hat einen neuen Untersuchungsansatz für die Sprachwissenschaft hervorgebracht, der die im digitalen Bereich produzierten Texte im Hinblick auf Gleichzeitigkeit, Multimedialität und Multimodalität betrachtet. Sprachverwendungen im Internet greifen häufig auf markierte grammatikalische Äußerungen zurück, die inkrementell und kollaborativ erstellt und dann schrittweise ratifiziert werden (Hopper 2015). Darüber hinaus scheinen diese sprachlichen Elemente in vielen Fällen instabil zu sein, wenn sie von dem ikonischen Referenten getrennt sind, der sie begleitet. Der Beitrag setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen digitaler Multimodalität auf die Verwendung des sogenannten Verlaufspräsens und des definiten Artikels auf funktionallinguistischer Ebene zu analysieren. Der Artikel befasst sich mit der deiktischen Funktion des Verlaufspräsens im Deutschen und seinen Übersetzungen in den romanischen Sprachen. In den zwei angeführten Beispielen (die toten kommen, die löwin kommt) wird gezeigt, wie das Präsens im Deutschen einen progressiven Wert annimmt, ohne Verwendung von Zeitadverbien (gerade) oder progressiven Konstruktionen (am/beim + Infinitiv sein). Außerdem wird erklärt, dass die Verwendung des Determinativartikels (die toten oder die löwin) auf den ikonischen Referenten zurückzuführen ist, der als visuelle Katapher oder Anapher fungiert und an der referentiellen Kette teilnimmt.

Die Auswirkungen digitaler Multimodalität auf die funktionale syntaktische Organisation von Texten. Die deiktische Funktion des deutschen Verlaufspräsens und seine Übersetzungen in den romanischen Sprachen

Verdiani, Silvia
2025-01-01

Abstract

Die Verbreitung der für die digitale Kommunikation typischen multimodalen Dimension hat einen neuen Untersuchungsansatz für die Sprachwissenschaft hervorgebracht, der die im digitalen Bereich produzierten Texte im Hinblick auf Gleichzeitigkeit, Multimedialität und Multimodalität betrachtet. Sprachverwendungen im Internet greifen häufig auf markierte grammatikalische Äußerungen zurück, die inkrementell und kollaborativ erstellt und dann schrittweise ratifiziert werden (Hopper 2015). Darüber hinaus scheinen diese sprachlichen Elemente in vielen Fällen instabil zu sein, wenn sie von dem ikonischen Referenten getrennt sind, der sie begleitet. Der Beitrag setzt sich zum Ziel, die Auswirkungen digitaler Multimodalität auf die Verwendung des sogenannten Verlaufspräsens und des definiten Artikels auf funktionallinguistischer Ebene zu analysieren. Der Artikel befasst sich mit der deiktischen Funktion des Verlaufspräsens im Deutschen und seinen Übersetzungen in den romanischen Sprachen. In den zwei angeführten Beispielen (die toten kommen, die löwin kommt) wird gezeigt, wie das Präsens im Deutschen einen progressiven Wert annimmt, ohne Verwendung von Zeitadverbien (gerade) oder progressiven Konstruktionen (am/beim + Infinitiv sein). Außerdem wird erklärt, dass die Verwendung des Determinativartikels (die toten oder die löwin) auf den ikonischen Referenten zurückzuführen ist, der als visuelle Katapher oder Anapher fungiert und an der referentiellen Kette teilnimmt.
2025
201
227
https://journal.fi/nm/issue/current
Multimodale digitale Linguistik, Funktionale Linguistik, Ikonolinguistik, Bedeutungskonstitution, Übersetzung, Verlaufspräsens.
Verdiani, Silvia
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