Von 1809/10 bis 1814 hat Fichte an der Berliner Universität mehrmals sein philosophisches System vorgetragen. In jedem Jahr hielt er eine Vorlesung über die „Wissenschaftslehre“, aber auch Einführungskurse verschiedener Art, zu denen auch die Vorlesungen über die „Transzendentale Logik“ gehören. Die beiden Vorlesungen über transzendentale Logik aus dem Jahr 1812 wurden im Band II/14 der GA veröffentlicht. Vor der kritischen Ausgabe war die erste dieser Vorlesungen, TL I, die im Sommersemester 1812 gehalten wurde, noch unveröffentlicht. Die zweite Vorlesung vom Winter 1812, TL II, erschien dagegen bereits in der Ausgabe von Fichtes Sohn Immanuel Hermann. Neben den Manuskripten Fichtes besitzen wir auch einige Kollegnachschriften der Studierenden, die Fichtes Vorlesungen besucht haben. Insbesondere im Hinblick auf TL I sind diese Nachschriften sehr hilfreich, nicht nur, um die Abfolge der Vorlesungen Fichtes zu rekonstruieren, sondern vor allem, um den oft lückenhaften Fichteschen Text besser zu verstehen (Fichte 1812/1959, Fichte 2008a; bezüglich TL II vgl. Fichte 2008b). Auf den Kollegnachschriften basiert auch die Auffassung, nach der die beiden Kurse über die transzendentale Logik eigentlich zwei Teile eines einzigen Projektes zur transzendentalen Logik sind, und nicht die Wiederholung eines und desselben Themas. TL I, deren Untertitel in der Kollegnachschrift Cauers Über das Wesen der Empirie lautet, bietet eine Lehre von der Empirie, d.h. vom empirischen Wissen und damit eine Theorie der Erfahrung. Das Thema von TL II ist hingegen die Beziehung zwischen Logik und Philosophie, d.h. der Wissenschaftslehre.
Vorlesungen zur transzendentale Logik (1812)
Alessandro Bertinetto
First
2025-01-01
Abstract
Von 1809/10 bis 1814 hat Fichte an der Berliner Universität mehrmals sein philosophisches System vorgetragen. In jedem Jahr hielt er eine Vorlesung über die „Wissenschaftslehre“, aber auch Einführungskurse verschiedener Art, zu denen auch die Vorlesungen über die „Transzendentale Logik“ gehören. Die beiden Vorlesungen über transzendentale Logik aus dem Jahr 1812 wurden im Band II/14 der GA veröffentlicht. Vor der kritischen Ausgabe war die erste dieser Vorlesungen, TL I, die im Sommersemester 1812 gehalten wurde, noch unveröffentlicht. Die zweite Vorlesung vom Winter 1812, TL II, erschien dagegen bereits in der Ausgabe von Fichtes Sohn Immanuel Hermann. Neben den Manuskripten Fichtes besitzen wir auch einige Kollegnachschriften der Studierenden, die Fichtes Vorlesungen besucht haben. Insbesondere im Hinblick auf TL I sind diese Nachschriften sehr hilfreich, nicht nur, um die Abfolge der Vorlesungen Fichtes zu rekonstruieren, sondern vor allem, um den oft lückenhaften Fichteschen Text besser zu verstehen (Fichte 1812/1959, Fichte 2008a; bezüglich TL II vgl. Fichte 2008b). Auf den Kollegnachschriften basiert auch die Auffassung, nach der die beiden Kurse über die transzendentale Logik eigentlich zwei Teile eines einzigen Projektes zur transzendentalen Logik sind, und nicht die Wiederholung eines und desselben Themas. TL I, deren Untertitel in der Kollegnachschrift Cauers Über das Wesen der Empirie lautet, bietet eine Lehre von der Empirie, d.h. vom empirischen Wissen und damit eine Theorie der Erfahrung. Das Thema von TL II ist hingegen die Beziehung zwischen Logik und Philosophie, d.h. der Wissenschaftslehre.| File | Dimensione | Formato | |
|---|---|---|---|
|
3. Umbruch_d_Alfonso_Klotz_lang-1.pdf
Accesso riservato
Descrizione: libro
Tipo di file:
PREPRINT (PRIMA BOZZA)
Dimensione
8.52 MB
Formato
Adobe PDF
|
8.52 MB | Adobe PDF | Visualizza/Apri Richiedi una copia |
I documenti in IRIS sono protetti da copyright e tutti i diritti sono riservati, salvo diversa indicazione.



